Tempelritter auf Mallorca

Tempelritter auf Mallorca

Im Jahre 1229 eroberte Jaime I von Aragon mit rund 300 Templern die Insel Mallorca von den Arabern. Dieser Eroberung ging eine Invasion vor- aus, die von Sant Elm und Santa Ponca startete. Auch die Hauptstadt Me- dina Mayurka (heute Palma de Mallorca), von der die Insel den Namen hat, fällt in die Hände der spanischen Eroberer.

Noch heute führt unweit des Judenghettos in der Altstadt die Carrer del Temple zum Plaza Temple, wo sich die Templerburg befindet. Der Innenhof wurde seinerzeit von vier Mauern umfriedet und bildete so den Tempelhof (Wir denken an Berlin Tempelhof, der Stadtteil Berlins, der ebenfalls auf die Templer zurückgeht). An einem Ende dieses Hofes befindet sich die Templerkapelle, die 1234 erbaut wurde.

Die Templer besaßen allein in Palma 389 Häuser, 54 Werkstätten und vier Backöfen. Weiteren Besitz hatten die Templer um den heutigen Flughafen, das Landgut s’Aranjassa. In Porreres, den damaligen Kontrollposten Sant Marti d’Alanzell kurz vor Vilafranca zwischen Palma und Manacor. Es ist noch heute wie ein Rittergut anzusehen und seit 650 Jahren in Besitz der Familie Suredas. Auch das Kloster Lluc wurde von den Templern gegründet. In der nördlichen Tramuntana waren Pollenca, Albercutx, Mortix, Ariant, Son March, Escorca, Muntanya, Binifaldo und Comafreda Niederlas-sungen der Templer. Im Inneren finden sich ihre Spuren in Albufera und Inca, wo sie eine kleine Komturei mit Kirche unterhielten. Auch in Canet war ein Templersitz. Wichtige militärische Stützpunkte waren das Castillo de Alaro, das wegen der Höhe von 750 m eine besonders gute Aussicht bot.

Im westlichen Haupteingang der Kathedrale zu Palma existiert noch heute ein Bodenmosaik auf dem die Abbilder eines Totenschädels, zweier gekreuzter Knochen und eines Stundenglases, die zweifels- frei auf die Templer zurückgehen, zu sehen sind.

Allerdings hinterließen die Templer auf Mallorca kein gutes Andenken, denn sie nutzten ihre Macht- stellung aus und unterdrückten die einfachen Leute.
Im November 1307 erhielt der Templermeister in Palma eine Depesche mit folgendem Inhalt: „Verkauft alle Grundstücke und wertvollen Gegenstände! Bringt Euer Geld in Sicherheit! Ich fürchte, unsere Organisation, der Tempel zerbricht.“
Seit dieser Zeit beschäftigt die Menschen der Gedanke, wo die Templer ihren Schatz versteckt hatten, ob er überhaupt noch vorhanden ist, oder längst für andere Dinge aufgebraucht wurde, wie zum Beispiel für die Flucht und die Altersversorgung der Ritter, die ja nun kein Einkommen mehr aufbrachten. Spekulationen reichen von den Drachenhöhlen (cuevas del Drac) bei Porto Christos und den Cuevas del Hams bis nach Arta zu den cuevas del Arta. Die Höhlen waren bekannt und wurden schon bei der Eroberung der Insel durch Jaime I von über 2000 Arabern samt Vieh und Hausrat als Zufluchtsort benutzt. In den weit verzweigten und kaum begehbaren Gängen ließe sich ein Schatz bestens verstecken. Die mit Steinen verschlossenen Höhlen könnten noch viele Geheimnisse verbergen. So dachte man auch damals, als vor mehr als 600 Jahren fünf Männer auf Geheiß des Inselgouverneurs in die Drachenhöhlen eindrangen, um den Schatz der Templer zu suchen. Sie fanden jedoch nie wieder ans Tageslicht zurück und der Schatz bleibt weiter verschollen.